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Gastbeitrag: 3D im Wohnzimmer, aber wie?

Gastbeitrag: 3D im Wohnzimmer, aber wie?

3D in Kino und Fernsehen ist an sich nicht neu. Schon in den 30er Jahren konnte man diese Technik auf der großen Leinwand bestaunen und seither gab es wiederholt Versuche, diese auch im Fernsehen einzuführen. Doch erst in den letzten Jahren, mit der Entwicklung moderner Elektronik und Materialtechnik, gelang es diese Technik benutzerfreundlich umzusetzen. Seither stellt 3D den neuesten Trend im Bereich der Fernsehindustrie dar. Um hochwertige dreidimensionale Bilder auf die flache Scheibe zu bringen, gibt es leider noch keine ausgereifte Technik, die ohne den Einsatz von 3D-Brillen auskommt.

Primär konkurrieren zwei technische Systeme miteinander: Shutterbrillen und Polarisationsbrillen. 

Shutterbrillen, auf die die meisten großen Hersteller wie Sony, Samsung oder Sharp setzen, sind technisch aufwendig und bestehen im Wesentlichen aus zwei Flüssigkristallgläsern die im Wechsel von durchsichtig auf undurchsichtig geschalten werden. Synchron hierzu wird auf dem Fernseher zwischen zwei verschiedenen Bildern des Films umgeschalten. Insgesamt entsteht so ein dreidimensionales Bild für den Betrachter.

Allerdings sind nur neuere Fernseher für diese Technik geeignet, da die Bildwiederholrate zwischen linkem und rechtem Auge halbiert wird. Bei einem Fernseher, der beispielsweise über 100 Hz verfügt, bleiben somit effektiv 50 Hz, was bei den meisten Menschen zur Wahrnehmung eines Flackerns führt.

Ein großer Nachteil dieser Technik ist die Komplexität. Diese führt dazu, dass die Brillen schwer und teuer sind. Außerdem benötigen sie Strom und der 3D-Genuss kann nur mit geladenen Akkus erfolgen. Auch wirkt das Bild durch die Brille dunkler als normal. Dafür bieten sie ein sehr gutes 3D-Erlebnis aus allen Betrachtungswinkeln. Diese 3D-Brillen sind sehr selten im Lieferumfang eines 3D-Fernsehers enthalten und müssen somit zusätzlich für jeden Zuschauer gekauft werden.

Das kann bei einer Kleinfamilie schnell ins Geld gehen.

Moderne Polarisationsbrillen, auf die Hersteller wie LG und bald wohl auch Toshiba und Philips setzen, stellen im Grunde eine Weiterentwicklung der alt bekannten Technik mit zwei unterschiedlich gefärbten Brillengläsern dar. Diese Technik kennen alle Kinobesucher, die bereits einen 3D-Film besucht haben. Nur wurde diese Technik für Fernseher etwas abgewandelt, da das Bild nicht, wie im Kino von zwei Projektoren erzeugt wird.

 





Anstatt, wie bei der Shuttertechnik zwei Bilder im Wechsel anzuzeigen, werden hier beide parallel dargestellt. Das eine in den Bildzeilen mit geraden Zahlen, dass andere in denen mit Ungeraden. Hierzu muss der Fernseher mit einer speziellen Folie beschichtet sein, die die einzelnen Zeilen unterschiedlich polarisiert. Die Brille selbst besteht ebenfalls nur aus zwei unterschiedlichen Folien für die jeweiligen Zeilen.

Diese Brillen sind daher leicht und können billig produziert werden und sind deshalb oft schon im Lieferumfang des Fernsehgerätes enthalten. Auch ist das Bild normal hell und flimmerfrei. Großer Nachteil bei Fernsehern ist dabei, dass die Auflösung halbiert wird, da pro Bild nur die Hälfte der Bildpunkte zur Verfügung steht. Auch ist der Betrachtungswinkel stark eingeschränkt.

Wer sich einen 3D-Fernseher zulegt, sollte also nicht nur die Preise der Geräte vergleichen, sondern sich bereits vorher überlegen, welche Technik sich für die individuellen Bedürfnisse besser eignet

 

Mittwoch, 14. September 2011 (Kategorie: 3D-Brillen )
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